Für viele Jugendliche, die ihre Schullaufbahn abgeschlossen haben, stellt sich auch dieses Jahr wieder die essentielle Frage: Wie geht’s weiter? Eine Ausbildung beginnen, oder sich besser für ein Studium einschreiben? Und wenn man sich für zweiteres entscheidet, welche Fachrichtung soll man dann wählen? Zum Beispiel könnte man es ja mit einem Journalismusstudium versuchen. Einige Hochschulen bieten ein Journalismus Studium neuerdings an, und es findet beachtlichen Zuspruch.
Bedingung für diesen Studiengang ist – wie für die meisten anderen auch – das Abitur. Verschärfend gibt es hier einen N.C., der meistens im Bereich über 1,7 liegt.
Jedoch bleibt fraglich, ob sich dieses Studium wirklich lohnt, wenn man den Beruf des Journalisten anstrebt. Denn die wenigsten Redakteure haben ein Journalismusstudium abgeschlossen; viele raten gar von diesem Studiengang ab.
Viel sinnvoller wären entweder das Studium einer anderen Fachrichtung oder der Besuch einer speziellen Journalistenschule. In Deutschland gibt es beispielsweise die Henri-Nannen-Schule oder die DJS. Das größte Hindernis hieran sind allerdings die geringen Aufnahmechancen: von den jährlich insgesamt etwa 8.000 Bewerbern erhalten meistens nur etwa 80 einen Platz.
Was sich immer als vorteilhaft erweist, sind belegte Praxiserfahrungen. Darum sind Praktika ein unerlässlicher Bestandteil der Ausbildung zum Journalisten. Dass diese so gut wie nie als Bestandteil des normalen Journalismus-Studiums gedacht sind, ist ein großes und oft stark kritisiertes Manko dieses Studienganges. Zudem bringt ein reines Journalismus-Studium nicht allzu viel, wenn die theoretische Bildung fehlt. Deshalb studieren viele angehende Journalisten ein Metier, über das sie später schreiben wollen, und eignen sich die journalistischen Fähigkeiten, die dazu essentiell sind, während eines Volontariats oder Praktikums an. Dieser Weg ist im Endeffekt um einiges effektiver, da hier das fachspezifische Wissen der journalistischen Technik vorausgeht. So fällt es demjenigen einfacher, in einem speziellen journalistischen Fachgebiet schnell Fuß zu fassen.
Denn die nötigen Fähigkeiten zum journalistischen Arbeiten sind durch Praxis relativ schnell erlernbar. Der Journalismus bietet Quereinsteigern so große Chancen wie kaum ein anderer Tätigkeitsbereich. Schließlich kann man nur über ein Thema berichten, wenn man seine Hintergründe kennt.
Insofern sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob ein Journalismus-Studium denn tatsächlich das Richtige für einen ist. Denn die Volontariate, die man zusätzlich noch abschließen müsste, kann man auch ohne ein Journalismus-Studium machen; und zusammen mit einem anderen Studium wäre dies weitaus sinnvoller.
So oder so ist ein Studium aber auf jeden Fall ratsam, auch wenn es sich dabei nicht zwangsläufig um Journalismus Studium handeln muss. Bei der Bewerbung in einem Zeitungsverlag macht es dürfte es sich als hilfreich erweisen, einen Universitätsabschluss vorweisen zu können. Denn in vielen Redaktionen wird heutzutage nicht mehr nur auf die bereits gesammelte praktische Erfahrung Wert gelegt. Dennoch sollte es auch an dieser nicht mangeln. Wer darauf vertraut, gänzlich ohne jegliche Volontariate direkt als Reporter oder Redakteur eingestellt zu werden, wird in den meisten Fällen enttäuscht werden. Wenn man also diese Laufbahn einzuschlagen plant, sollte man sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass weder das theoretische Wissen noch das praktische Können alleine hier auf lange Sicht zum Erfolg führen.